Beratung International

In den 1980er und 1990er Jahren richtete die Bundesrepublik verschiedene Härtefonds ein. Diese richteten sich an Menschen, die während der NS-Zeit als Juden verfolgt wurden und aufgrund ihres Wohnsitzes bislang von Entschädigungsleistungen ausgeschlossen waren. Bei diesen Härtefonds können heute noch Anträge gestellt werden.

Härtefonds für jüdische NS-Verfolgte

Auf Initiative der „Conference on Jewish Material Claims against Germany“, auch „Jewish Claims Conference“ (JCC)  genannt, sind mehrere Härtefonds in der Bundesrepublik eingerichtet worden. Ehemals Verfolgte aus dem sogenannten „Ostblock“ können aus diesen Fonds Entschädigungsleistungen erhalten. Jüdischen Verfolgten, denen aufgrund der Fristenregelung und der territorialen Voraussetzungen des Bundesentschädigungsgesetzes (BEG) keine Entschädigung gewährt wurde, stehen folgende Härteleistungen zu:

  • Hardship Fund

In den 1970er Jahren emigrierten zahlreiche Holocaust-Überlebende aus den osteuropäischen Staaten in den Westen. Dieser Personenkreis erhielt jedoch aufgrund der bestehenden Vorschriften und Fristenregelung des BEG keine Entschädigung. Auf Initiative der Claims Conference richtete die Bundesregierung einen Härtefonds (Hardship Fund) ein. Jüdische NS-Verfolgte, die bislang von Entschädigungsleistungen ausgeschlossenen blieben, können eine Einmalzahlungen in Höhe von 2.556,46 € erhalten. Dies setzt jedoch voraus, dass der Antragssteller einen erheblichen Gesundheitsschaden erlitten hat.

  • Article-2-Fund

Der Article-2-Fund ist im Jahr 1992 vor dem Hintergrund der Wiedervereinigung eingerichtet worden. Jüdische Verfolgte (beispielsweise aus der früheren DDR), die bis dahin keine oder nur geringfügige Entschädigungen erhalten hatten, können laufende Leistungen als Beihilfe in Höhe von 320 € erhalten, wenn sie ein besonders schweres Verfolgungsschicksal erlitten haben und ihren derzeitigen Wohnsitz in einem Land haben, das nicht der Sowjetunion oder dem sogenannten „Ostblock“ angehörte.

  • Central and Eastern European Fund (CEEF)

Der Central and Eastern European Fund (CEEF) richtet sich an jüdische NS-Verfolgte, die ihren ständigen Wohnsitz in einem Land des früheren kommunistischen Machtbereichs in Osteuropa oder in einem Staat der früheren Sowjetunion haben. Die Voraussetzungen und Inhalte entsprechen ansonsten dem Article-2-Fund.

Child Survivor Fund: Entschädigung für Shoah-Kinder 

Die Jewish Claims Conference (JCC) und das Bundesfinanzministerium haben im September 2014 ausgehandelt, dass Juden, die den Holocaust als Kinder überlebt haben, eine Einmalzahlung von 2.500 Euro von der deutschen Bundesregierung erhalten sollen. Ein Anrecht auf die Einmalzahlung haben Überlebende, die nach dem 1. Januar 1928 geboren wurden. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen entweder in einem Konzentrationslager oder Ghetto inhaftiert waren oder mindestens sechs Monate in einem Versteck oder unter falscher Identität leben mussten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesverbandes beraten die Betroffenen über Voraussetzungen und Leistungen.

 

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Referentin für Recht und Beratung:

Anke Wolf

0221 17 92 94 14

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