Nachkommen von NS-Verfolgten

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. befasst sich seit Jahren intensiv mit der Situation der Nachkommen von Überlebenden. Er berät die Betroffenen, bündelt ihre Interessen und führt Veranstaltungen, Fachtagungen und Konferenzen durch.

PublikationIm Juni 2015 lud der Bundesverband in Berlin zur Konferenz „Zweite Generation“ ein. Zu den internationalen Teilnehmenden gehörten neben Betroffenen auch zahlreiche WissenschaftlerInnen, GedenkstättenmitarbeiterInnen und ehrenamtlich Engagierte. Die Ergebnisse der Veranstaltung fasst der im März 2016 im Mabuse Verlag erschienene Sammelband „Nachkommen von NS-Verfolgten – Herausforderungen und Perspektiven“ zusammen.

Mit seiner Lobby-Arbeit trägt der Bundesverband zudem dazu bei, das Thema stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. So ist es als Erfolg zu werten, dass die vom Bundesverband im Auftrag des Landes NRW betriebene Transferstelle zur Verbesserung der Information und Beratung für NS-Verfolgte in NRW seit 2013 ausdrücklich den Auftrag hat, auch im Sinne der Nachkommen tätig zu werden.

Es gilt heute als wissenschaftlich gesichert, dass traumatische Erlebnisse von Eltern auf ihre Kinder übertragen werden können. WissenschaftlerInnen sprechen in diesem Zusammenhang von transgenerationeller Übertragung verfolgungsbedingter Traumata. Der Bundesverband fordert deshalb, dass für Menschen, die von dieser Übertragung betroffen sind, ein spezielles Beratungsangebot geschaffen wird.

 

Anerkennung und Teilhabe

Doch die Anliegen der Folgegenerationen gehen weit über den Aspekt des Traumas hinaus. Die Nachkommen der Überlebenden haben wichtige Dienste für die Aufarbeitung geleistet und auch wesentliche Angebote für die Überlebenden geschaffen. Diese Leistungen bedürfen einer Anerkennung. Bislang wurde die Sicherung einer institutionellen Teilhabe dieser Generationen in den von ihr bearbeiteten Bereichen versäumt. Dies gilt es zu korrigieren. Zudem sehen wir die Notwendigkeit einer strukturell gesicherten Teilhabe an öffentlichen Entscheidungsprozessen, beispielweise in Bezug auf die Gedenkstättenpolitik.

Der Bundesverband wurde von Nachkommen der NS-Verfolgten aufgefordert, die Betroffenen zusammenzubringen, einen Austausch zu ermöglichen, ihre  Interessen zu bündeln und ein gemeinsames Vorgehen in die Wege zu leiten. Wir nehmen diese Aufforderung sehr ernst und setzen alles daran, auch den Folgegenerationen zu Anerkennung und Unterstützung zu verhelfen.

 

Kontakt:


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Anke Wolf

0221 17 92 94 14

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Thorsten Fehlberg

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