Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. veranstaltet am 09. September 2015 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten der Evangelisch-Methodistischen Kirche in der Limperstraße 34 sein erstes öffentliches Erzählcafé in Recklinghausen. Bereits seit mehreren Monaten tauschen sich dort einmal im Monat ehemalige NS-Verfolgte im geschützten Rahmen eines Begegnungscafés aus. Dabei werden Sie von einem Team aus Mitarbeitern und Freiwilligen begleitet, für das weitere ehrenamtliche Helfer gesucht werden.

Anders als das Begegnungscafé ist das Erzählcafé öffentlich, hier berichtet ein Überlebender vor Schulklassen und anderen Interessierten von seinem Verfolgungsschicksal. Den Auftakt macht Ingelore Prochnow, die das Konzentrationslager Ravensbrück als Kind überlebte.

Ingelores Mutter hatte eine Liebesbeziehung zu einem polnischen Zwangsarbeiter -  eine Verbindung, die dem nationalsozialistischen Rassenwahn zuwider lief. Sie war mit Ingelore schwanger, als sie ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. Dass Ingelore Prochnow als Säugling und Kleinkind das Vernichtungslager und kurz vor Kriegsende den Todesmarsch überlebte, ist der großen Solidarität der Häftlinge untereinander zu verdanken.

Wie die seit Jahren etablierten Erzähl- und Begegnungscafés, die der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. in Köln und Düsseldorf veranstaltet, wird auch das Café in Recklinghausen an mehreren Terminen im Jahr Schulklassen, Jugendgruppen und anderen Interessierten offenstehen. Das Projekt wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert. Bei Teilnahme am Erzählcafé bittet der Bundesverband um eine Voranmeldung unter 0221-179294-0 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.