Mucki Koch Bild von Elke WetzigWir trauern um Gertrud „Mucki“ Koch. Die Mitbegründerin der Kölner „Gruppe Edelweiß“ ist am Montag im Alter von 92 Jahren gestorben. Mit Mucki Koch geht ein inspirierender Mensch voller Mut und Lebenswillen. Die Freude am Leben und an der Musik ließ sie sich auch von den Schmerzen nicht nehmen, unter denen sie infolge der Misshandlungen durch die Gestapo zeitlebens litt.

Vor zwei Jahren berichtete die damals Neunzigjährige im Kölner Erzählcafé des Bundesverbandes von ihrer Jugend im Widerstand und ihrem Verfolgungsschicksal. Während ihres Vortrags herrschte absolute Stille im Raum, so sehr vermochte sie es, die jungen ZuhörerInnen in ihren Bann zu ziehen.

Bereits als junges Mädchen widersetzte sich Mucki dem NS-Regime. Als Mitglied der „Gruppe Edelweiß“ machte sie mit Flugblattaktionen auf die brutalen Unterdrückungsmethoden des NS-Regimes aufmerksam. Die spektakulärste Aktion gelang am Kölner Hauptbahnhof, wo die Gruppe unzählige Flugblätter vom Dach hinunter warf. Wenig später wurden Mucki und ihre Freunde verhaftet und in die Kölner Gestapo-Zentrale im EL-DE Haus gebracht. Dort wurden sie schwer misshandelt und erst nach sechswöchiger Haft wieder entlassen.

Trotz dieser schlimmen Erlebnisse entschloss sich die „Gruppe Edelweiß“, ihre politische Arbeit fortzuführen. Mucki wurde erneut verhaftet und für mehrere Monate im Gestapogefängnis Brauweiler inhaftiert. Später floh sie mit ihrer Mutter vor einer drohenden erneuten Verhaftung nach Süddeutschland. Muckis Vater überlebte die NS-Gewaltherrschaft nicht; als kommunistischer Widerstandskämpfer wurde er ins Konzentrationslager Esterwegen deportiert und 1942 erschossen.

Ihren Mut und ihre Lebensfreude zog Mucki Koch bis zuletzt aus der Musik. Solange ihre Gesundheit es zuließ nahm sie an Mitsingkonzerten und dem Kölner Edelweißpiratenfest teil. Die Musik half ihr auch, die schwere Zeit in der Gestapohaft zu überstehen: „Die Lieder haben sie uns nicht nehmen können“.

Ihr unermüdlicher Wille zum Widerstand wird uns sehr fehlen.