Im Namen der Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung hat der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. die Maritim Hotelgesellschaft aufgefordert, ihre Zusage für den Parteitag der AfD im April 2017 in Köln zurückzuziehen. Der Verein vertritt seit 25 Jahren bundesweit die Interessen von NS-Verfolgten. In einem Brief wandte sich der Geschäftsführer des Bundesverbands, Dr. Jost Rebentisch, direkt an die Maritim-Eigentümerin Monika Gommolla:

„Die AfD macht seit Jahren Stimmung gegen Minderheiten. Nun hat Björn Höcke in seiner Brandrede vom 17.01.2017 das Andenken der Opfer des Nationalsozialismus in abscheulicher Weise beleidigt. Im Namen der Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung und im Gedenken der Opfer des Naziregimes fordern wir deshalb die Maritim Hotelgesellschaft mbH auf, dieser Partei keinen Ort mehr für ihre menschenverachtende Hetze zu geben.“

Björn Höcke hatte während seiner Rede in Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: „Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“. Höcke forderte zudem eine „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ und sprach von einer „dämlichen
Bewältigungspolitik“. Einen Anlass für ein Parteiausschlussverfahren sieht die Führung der AfD in Höckes Äußerungen nicht.

Der für April 2017 in Köln geplante Parteitag ist nicht der erste Anlass, für den die AfD
Räumlichkeiten der Maritim Hotelgesellschaft nutzten darf. In den vergangen Jahren gab es immer wieder Veranstaltungen der rechtspopulistischen Partei in verschiedenen Häusern der Hotelkette.