Dreimal haben wir unsere „Haselnuss des Monats“ verliehen – und wir werden es nun dabei belassen. Es liegt nicht etwa daran, dass es einen Mangel an KandidatInnen für diese „Auszeichnung“ gäbe. Wir haben allerdings nach der „Vogelschiss“-Affäre des Herrn Gauland, der ja nur Tage zuvor unsere „Haselnuss“ bekommen hatte, festgestellt, dass das Veralbern dieser Leute mit einem „Negativpreis“ zwar ganz amüsant ist, am Kern dessen, was wir wollen, aber doch vorbei geht.

Denn wir wollen warnen! Wir wollen warnen vor diesen Populisten, von denen eine ganze Menge hinter ihrer Populistenmaske autoritäre, nationalistische, völkische, menschenfeindliche und andere widerliche Absichten verbergen. Zum Teil verbergen sie sie ja noch nicht einmal mehr und träumen schon ihre „Machtergreifung“ herbei.
Wir machen uns Sorgen um Demokratie und Freiheit, um Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Wir stellen mit Entsetzen fest, dass die AfD zunehmend die Diskussion beherrscht, Hass schürt, Panik verbreitet. Und viel zu viele Menschen fallen darauf herein.

Wir werden uns ein anderes Format überlegen, um dem zu begegnen und dem Hass und der Menschenfeindlichkeit entgegen zu treten – denn das ist ein wichtiges Vermächtnis der Überlebenden:
„Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen.“*

Diesem Vermächtnis fühlen wir uns verpflichtet.

* "Vermächtnis der Überlebenden": Erinnerung bewahren - authentische Orte erhalten - Verantwortung übernehmen, 2009