Helena Eljasik verstorben

Elena Eljasik

Eine der letzten überlebenden Bahlsen-Zwangsarbeiterinnen, die Polin Helena Eljasik, ist am 6. November 2019 95-jährig verstorben. Frau Eljasik ist noch kurz vor ihrem Tod für eine Reportage des ARD-Magazins „ttt - titel, thesen, temperamente“ interviewt worden, die nur drei Tage vor ihrem Tod gesendet worden ist.
Sie wurde als 17jährige während einer Razzia in ihrem Heimatort Zgierz bei Lodz festgenommen und zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Drei Jahre musste sie in Hannover für die Firma Bahlsen Zwangsarbeit leisten, bevor sie befreit wurde und in ihre Heimat zurückkehren konnte. Erst nach der Jahrtausendwende erhielt sie im Rahmen der Entschädigung für NS-Zwangs-und Sklavenarbeit eine symbolische Entschädigungszahlung.
Die Firma Bahlsen hat sich nie bei ihr entschuldigt, zu ihr oder ihren Angehörigen Kontakt aufgenommen oder eine individuelle Wiedergutmachung geleistet. Im Interview mit „ttt - titel, thesen, temperamente“ schildert Frau Eljasik eindrücklich, wie schwer und belastend die Zeit in Hannover für sie gewesen ist. Ihr Leben wurde entscheidend durch die Zwangsarbeit und Kriegszeit geprägt.
Wir werden sie nie vergessen und ihr Andenken in Ehren halten – auch und gerade, indem wir dazu beitragen, dass das Unrecht der NS-Zwangs- und Sklavenarbeit nie vergessen wird und wir uns weiterhin für die Berechtigten Belange der Angehörigen der Überlebenden, der jetzt zweiten und dritten Generation, einsetzen.

Dr. Jost Rebentisch
Geschäftsführer
Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.

Janet Freifrau von Stillfried und Rattonitz
Historikerin (M.A.)
Verein "Gegen das Vergessen / NS-Zwangsarbeit"
Hannover